Mittwoch, 21 November 2018
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Für den Ernstfall gerüstet sein

Einsatz-Übung in der Dornheimer Grundschule

Vom Obergeschoss sucht sich weißer Rauch seinen Weg über die Treppen ins Parterre des Gebäudes, der unangenehme Geruch des Qualms sticht in der Nase, die Dichte des Nebels erschwert die Orientierung – und plötzlich sieht man die Hand vor Augen nicht mehr. Die Grundschule in Dornheim – eigentlich ein Ort  harmonischen Lernens und familiärer Atmosphäre – wurde am vergangenen Mittwoch Schauplatz einer aufwändig gestalteten Übung der Freiwilligen Feuerwehr Dornheim. Organisiert hatte dies Frank Senßfelder, der stellvertretende Wehrführer der Feuerwehr Dornheim. Die Übung sollte zum einen dazu dienen, einen Einblick in das neue Gebäude zu erhalten, um im Ernstfall beispielsweise bereits potenzielle Versteckmöglichkeiten zu kennen, zum anderen sollten die Feuerwehrleute ihr praktisches Wissen aus einzelnen Übungen und die theoretischen Kenntnisse aus den regelmäßigen Schulungsabenden gebündelt anwenden können, wie Senßfelder erklärte. 

 

Er war es auch, der sich die angenommene Notlage ausdachte: Der Brennofen im Werkraum des ersten Obergeschosses war in Brand geraten, gleichzeitig wurden vier Personen vermisst. Sie wurden durch sogenannte „Dummies“ unterschiedlichen Gewichts und Größe dargestellt, die Senßfelder mithilfe zweier Kameraden im Gebäude versteckte. Die Idee: während der Brennofen Feuer fing, war ein Kleinkind auf der Toilette, die es letztlich nicht mehr verlassen konnte – in Sorge um das Heranwachsende durchsuchten Betreuer und Geschwister den Bau. So mussten die Kameraden schließlich einen Erwachsenen direkt vor dem Brennofen retten, ein weiterer lag noch halb auf dem Stuhl gemeinsam mit dem älteren Kind in einem angrenzenden Klassenraum. In die Taschen der „Dummies“ hatte Senßfelder mit warmen Wasser befüllte Flaschen gesteckt – die mobile Wärmebildkamera sollte die Personen – ganz wie in der Realität auch – schließlich erkennen können.

Innerhalb einer Stunde war das Gebäude mittels der Nebelmaschine komplett verraucht. Nun übernahm Frank Senßfelder die Funktion, die in der Regel der Leitstelle zukommt: Er setzte beim Dornheimer Feuerwehrhaus den Funkspruch ab, dass Rauch aus der Grundschule steigt. Keine fünf Minuten nach der Meldung, fuhren die Frauen und Männer der Wehr vor die Tore der Grundschule.

 

 

 

 

 

Eilig lief Zugführer Benny Surmann auf Senßfelder, der die Rolle des Hausmeisters übernahm, zu und befragte ihn während er eine erste Erkundung vornahm, zur Situation. Schließlich wies er den Fahrzeugführer des zweiten Fahrzeugs an, die Zufluchtswege aufzuschließen. Gleichzeitig bemühten sich die übrigen Kameraden um die Verlegung der Wasserversorgung. Und während einige der Feuerwehrleute einen motorbetriebenen Lüfter vor dem Eingang der Schule postierten, liefen bereits die ersten Atemschutzgeräteträger mit einem Strahlrohr in das Gebäude, um im Erdgeschoss nach den vermissten Personen zu suchen. „Alle Räumlichkeiten werden kontrolliert“, ordnete Surmann an. Und schon verschwand auch der zweite Trupp Atemschutzgeräteträger im Rauch, der aus dem Gebäude stieg. Sie sollten die Durchsuchung des Obergeschosses übernehmen. Der Fokus liege, wie Senßfelder erläuterte, immer zunächst auf der Menschenrettung. Dann müsse der Brand bekämpft und das Gebäude belüftet werden, fügte er hinzu. 

 

 

 

 

 

Über Funk standen alle Beteiligten in ständigem Kontakt miteinander. Von Zeit zu Zeit trugen die Feuerwehrleute einen „Dummy“ aus dem Gebäude, mussten dabei mühsam schleppen: während die kleinen Puppen Kinder im Alter von einem und sechs Jahren repräsentierten, waren die großen Puppen Erwachsene, die mit 75 Kilogramm schwer wogen und nur zu zweit heraus zu tragen waren. Zum Schluss jedoch waren alle vier Personen gerettet. Nun öffneten die Kameraden die Fenster und Türen des Gebäudes, um den Rauch entweichen zu lassen. Kurz darauf konnte man durch die verglasten Fronten der Grundschule schon wieder ins Innere der Klassenräume blicken.  Bei der anschließenden Nachbesprechung wurden dann positive und negative Maßnahmen angesprochen. „Die Rettung ging relativ zügig“, lobte Frank Senßfelder die Kameraden. Statt allerdings immer den Weg durch das verrauchte Treppenhaus und den Haupteingang zu suchen, hätten die Kameraden den Komplex auch über den Balkon verlassen können, mahnte er an. 

 

 

 

Im Anschluss an die Nachbesprechung der Übung, führten der Hausmeister der Schule und die Schulleiterin auch die übrigen Kameraden noch durch das Gebäude. So erhielten auch diese einen Einblick in die Architektur des Gebäudes – um für den Ernstfall gerüstet zu sein. 

 

Ausbildung in Notfallmedizin

Im Rahmen von Brandbekämpfung und Technischer Hilfeleistung hat die Menschenrettung immer oberste Priorität! Hierbei gilt es nicht nur, die Menschen aus brennenden Gebäuden zu holen, oder die bei einem schweren Verkehrsunfall eingeklemmten Personen aus ihren Fahrzeugen zu befreien. Zu den Aufgabenbereichen der Feuerwehr gehört es auch, (erweiterte) Erste Hilfe leisten zu können!  Somit absolviert jede Feuerwehrfrau und jeder Feuerwehrmann vor seinem Grundlehrgang eine Erste-Hilfe-Ausbildung. Darauf aufbauend wird dann bei Übungen neben der feuerwehrspezifischen Komponente auch immer wieder auf die notfallmedizinische Versorgung von Patienten eingegangen.

Hierfür hat die Feuerwehr Dornheim unter ihren Mitgliedern der Einsatzabteilung Personal mit der Zusatzqualifikation „Feuerwehr-Sanitäter“, „Rettungssanitäter“ oder auch „Rettungsassistent“, die durch ihr Fachwissen die Ausbildung innerhalb der Mannschaft übernimmt.

Hierbei wird neben Themen wie der „Patientenorientierten Rettung nach Verkehrsunfällen“ bpsw. auch die Wiederbelebung / Reanimation, also die Herzdruckmassage und Beatmung von Patienten bei einem Herzkreislauf-Stillstand, geschult. 

Auch wird speziell hierfür eine notfallmedizinische Ausrüstung auf beiden Löschfahrzeugen  vorgehalten:  In Notfallrucksäcken werden u.a. Beatmungsbeutel und Sauerstoffflaschen mitgeführt; vor einigen Jahren konnte sogar ein so genannter AED (Automatischer Externer Defibrillator) über den Feuerwehrverein angeschafft werden.

Sowohl der Umgang mit diesem AED, als auch die derzeitig  gültigen Reanimations-Richtlinien müssen immer wieder geübt und verinnerlicht werden !

Hierfür findet mindestens einmal jährlich eine Ausbildungsveranstaltung im Feuerwehrhaus statt.  Hierbei wird nach einer theoretischen Unterweisung nun in kleinen Gruppen immer wieder der Ablauf einer Reanimation anhand einer Übungspuppe (die uns dankenswerterweise immer vom DRK Rettungsdienst des Kreises Groß-Gerau zur Verfügung gestellt wird) trainiert.

 

 

„Aber für die notfallmedizinische Versorgung von Patienten ist doch der Rettungsdienst
zuständig !?!“ …   Ja, das stimmt !

Jedoch aufgrund unseres Einsatzspektrums kann es sein, dass wir das eine oder andere Mal den Rettungsdienst unterstützen sollen, oder auch als „First-Responder“ die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes mit adäquater Hilfe am Patient überbrücken müssen ! 

 

…. Und dafür wollen wir gerüstet sein !

 

 

 

 

 

 

Weitere Beiträge...

  1. Notfall-Türöffnung

Übungszeiten Einsatzabteilung

Mittwoch Abend ab 20.00 Uhr 

 

 

Treffpunkt

Feuerwehrhaus Dornheim

Bahnhofstrasse 19

64521 Dornheim